Unsere Aufgaben

Der Schutz von Mensch und Umwelt ist Kernaufgabe der KHG. Als Notfallschutz-Organisation, die auf den Aufbau und Betrieb eines professionellen Hilfsdienstes spezialisiert ist, übernimmt das Unternehmen dafür eine Vielzahl von Funktionen. Maßgebend ist dabei der Dreiklang von Mensch, Technik und Ausbildung.

Alle KHG-Mitarbeiter*innen sind in mehreren Funktionen tätig und verfügen daher über vielfältige Kompetenzen. Sie bedienen im Einsatzfall die große Vielfalt an Technik der KHG und sind darüber hinaus in der Lage die Geräte instand zu halten und weiterzuentwickeln. Zu den Kernaufgaben des Unternehmens zählen die Bereiche Strahlenschutz und Dekontamination, die Handhabung der Einsatztechnik sowie Kaufmännisches und Organisation. Zudem bilden die Fachkräfte der KHG eigenes Personal sowie Mitarbeiter*innen externer Firmen aus und trainieren in regelmäßigen Kursen für den Einsatzfall. Durch Dozenturen und Kooperationen mit nationalen und internationalen Partnern aus dem Bereich Notfallschutz sorgt die KHG für Kompetenzerhalt, Wissensvermittlung und -vertiefung.

Strahlenschutz und Dekontamination

Strahlenschutz

Die Beurteilung der Lage und Minimierung von Gefahren steht für die qualifizierten Fachkräfte der KHG im Bereich Strahlenschutz an erster Stelle. Dafür verfügen sie über vielfältige Einsatztechnik und ein großes fachliches Knowhow.

Der Strahlenschutz gehört zu den Kernaufgaben der KHG im Anforderungsfall. So gilt es für die Fachkräfte, die Dosisbelastung des Einsatzpersonals zu überprüfen. Das oberste Ziel ist stets, diese so gering wie möglich zu halten. Für die Messung werden neben einem amtlichen Dosimeter auch elektronische Dosimeter eingesetzt. Beim Verdacht einer möglichen Inkorporation wird diese mittels eines mobilen In-Vivo Messsystems (Body Counter) überprüft.

Des Weiteren gehört die Erfassung des radiologischen Lagebildes nach einer etwaigen Freisetzung radioaktiver Stoffe zu den Aufgaben der Mitarbeiter*innen im Bereich Strahlenschutz. Diese Beurteilung übermitteln die Fachkräfte dann an den Krisenstab der betroffenen Anlage, um unverzüglich notwendige Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung zu identifizieren. Die Betreuung von Einsatzkräften durch begleitende Messungen und deren Ausstattung mit persönlicher Schutzausrüstung ist ebenso Aufgabe der KHG.

Neben der Erhaltung der Einsatzbereitschaft sowie der Prüfung und Weiterentwicklung der spezialisierten Einsatztechnik ist das KHG Stammpersonal dafür verantwortlich, in regelmäßigen Kursen ein Team von eigenen und externen Fachkräften zu schulen, das im Einsatzfall über eine Rufbereitschaft alarmiert wird.

Dekontamination

Die Eindämmung und Beseitigung von Gefahren ist die Hauptaufgabe der Fachkräfte im Bereich Dekontamination. Zum Schutz des Einsatzpersonals hält die KHG eine umfangreiche Ausrüstung und Technik vor, die stetig weiterentwickelt wird.

Beim Umgang mit radioaktiven Stoffen kann es zu Kontaminationen von Menschen, Geräten und Oberflächen kommen. Diese Kontaminationen müssen von geschultem Fachpersonal eingegrenzt und beseitigt werden, um Gefahren für Mensch und Umwelt abzuwenden. Das KHG-Team im Bereich Dekontamination ist dafür zuständig, die umfangreiche Ausrüstung funktionsfähig zu erhalten, neue Geräte zu konzipieren und diese in die vorhandene Ausstattung der KHG zu integrieren. Für den Schutz der Einsatzkräfte wird eine den Einsatzlagen angepasste Auswahl an persönlicher Schutzausrüstung, Schutzanzügen und Atemschutzausrüstung vorgehalten und regelmäßig gewartet. Auch im Bereich Dekontamination gehört die Ausbildung der KHG-Mitarbeiter*innen sowie externer Einsatzkräfte zu den Aufgaben der Fachkräfte in diesem Bereich.

IT-Infrastruktur Strahlenschutz

Für eine detaillierte Beurteilung der Einsatzlage werden eine Vielzahl von Messwerten und Daten benötigt. Diese erfasst, speichert und übermittelt das KHG-Fachpersonal mittels einer spezialisierten IT-Infrastruktur.

Die zu erhebenden Daten reichen von Dosiswerten des eingesetzten Personals bis hin zu Messwerten aus der Umgebung einer betroffenen Anlage. Diese Messwerte müssen nicht nur sicher erfasst und gespeichert, sondern auch fehlerfrei weitergeleitet und übersichtlich dargestellt werden. Hierfür ist eine KHG-eigene IT-Infrastruktur entwickelt worden. Für den Betrieb, die Instandhaltung und die Weiterentwicklung dieser Infrastruktur verfügen die KHG- Mitarbeiter*innen über Kenntnisse sowohl im Bereich Strahlenschutz als auch im Bereich IT-Anwendungen und in der Übermittlung von Daten. Diese Fähigkeiten vermittelt das KHG-Team in Kursen an eigenes und externes Einsatzpersonal.

Einsatztechnik

Fernhantierungstechnik

Die KHG-Mitarbeiter*innen betreiben eine Vielzahl von ferngesteuerten Systemen, um auch an Orten mit hoher Dosisleistung Inspektionen und Arbeiten durchführen zu können.

Verschiedene Typen von Fahrzeugen, hochmoderne Laufroboter sowie fliegende Systeme (zum Beispiel Drohnen) stellen den Entscheider*innen im Einsatzfall zunächst umfangreiche und detaillierte Informationen über die aktuelle Lage zur Verfügung, auf deren Basis dann die fernhantierten Arbeitsgeräte zum Einsatz kommen. Hier reicht die Palette vom kleinen Indoor-System für leichte Handhabungen bis zur großen Erdbewegungsmaschine. Neben Systemen, wie sie auch von Kampfmittelräumdiensten und bei der Entschärfung von Sprengkörpern angewendet werden, verfügt die KHG zusätzlich über Geräte, die auch unter dem Einfluss hoher Gamma-Strahlung funktionstüchtig bleiben.

Die Bedienung der Systeme erfolgt aus mobilen Leitständen. Je nach Komplexität der zu lösenden Aufgabe agiert ein*e einzelne*r Bediener*in oder ein Team aus Operateur*innen, Systemmanager*innen und Supervisor*innen. Dafür benötigen die Mitarbeiter*innen ein hohes Maß an Fachwissen. Neben Kompetenzen im Umgang mit der Technik, die in umfangreichen Übungsszenarien erworben und trainiert werden, sind weitere Kenntnisse, unter anderem im Bereich der Mechanik, Hydraulik und Elektronik notwendig, um die Funktionstüchtigkeit der Manipulatoren erhalten und dauerhaft sicherstellen zu können.

Einsatz-IT / Funktechnik

Damit die Einsatzkräfte der KHG auch im Falle eines weitgehenden Ausfalls öffentlicher Infrastruktur sicher kommunizieren können, betreibt die KHG vielfältige Kommunikationstechniken.

Neben Mobiltelefonen stützt sich die Einsatztechnik auf Satellitentelefone, ein eigenbetriebenes TETRA-Bündelfunksystem sowie eine im Einsatzgebiet betriebene LTE-Zelle. Antennenmastanlagen auf Anhängern oder LKW-Fahrgestellen stellen die Funktionsfähigkeit der Systeme vor Ort sicher. Neben den für die Auswahl und den Betrieb der Systeme zuständigen Mitarbeiter*innen verfügt jede*r bei der KHG Beschäftigte über Anwendungswissen zum Einsatz der speziellen Kommunikationsmittel.

Elektrotechnik

Um die Stromversorgung der Technik im Einsatzfall sicherzustellen, verfügt die KHG über eine große Palette von verbrennungsmotorisch betriebenen Stromaggregaten.

Die große Vielfalt der Stromaggregate stellt sicher, dass für jeden Fall die passende Technik zur Verfügung steht. Diese reicht vom tragbaren Handgerät für die Einzelanwendung bis zum Dieselgenerator. Das Equipment der KHG ermöglicht auch die Versorgung einer kompletten Zeltstadt oder Containerburg mit Strom. Alle Generatoren können an der Einsatzstelle auf Kraftfahrzeuge verladen werden oder verfügen über Zugdeichseln, um an ein Fahrzeug gekoppelt transportiert zu werden. Neben den für die Stromversorgungssysteme zuständigen Elektrofachkräften verfügen alle Mitarbeiter*innen der KHG über Anwendungswissen zum Betrieb der Stromversorgung.

Fahrzeugtechnik

Alle Einsatzgerätschaften der KHG müssen im Anforderungsfall schnell an jeden Ort innerhalb Deutschlands transportiert werden können, um den Betreiber der kerntechnischen Anlage bei der Gefahrenabwehr und -beseitigung zu unterstützen.

Dafür verfügt die KHG über einen Fuhrpark aus PKW, Transportern und Lastzügen. In fest mit dem Fahrzeug verbundenen Aufbauten oder abnehmbaren Containern befinden sich das Einsatzgerät, die Bedienstände und notwendigen Einrichtungen für die Einsatzleitung. Alle KHG-Mitarbeiter*innen verfügen neben Kenntnissen für ihre Fachaufgaben über die entsprechenden Kraftfahrer-Qualifikationen und können – ebenso wie die im Bedarfsfall hinzugezogenen externen Speditionsmitarbeiter*innen – als Fahrer*innen eingesetzt werden.

Kaufmännisches & Organisation

Kaufmännisches und Organisation

Das Team steuert die finanziellen, personellen und materiellen Ressourcen im Einklang mit der Politik und Strategie der KHG.

Zu den Aufgaben der Mitarbeiter*innen im Bereich Kaufmännisches und Organisation zählen neben Unternehmensplanung und Controlling auch das Personalmanagement und die Organisationsentwicklung, die Materialwirtschaft sowie die Aufrechterhaltung der Infrastruktur und der dafür notwendigen Büro-IT-Systeme.

Die Mitarbeiter*innen dieses Bereichs gehören ebenso der Einsatzorganisation an. Sie übernehmen im Einsatzfall unterstützende Back-Office-Funktionen wie die Logistik für den Personal- und Materialnachschub und die Besetzung der KHG-Einsatzzentrale am Standort Eggenstein-Leopoldshafen.

Schulungen / Trainings

Schulungen/Trainingskurse/Übungen

Im Zuge der Ausbildung und des Kompetenzerhalts wird das Wissen vielstufig vermittelt: von der generellen Ausbildung über die detaillierte Einweisung am Gerät bis zur jährlich wiederholten Unterweisung.

Eine Vielzahl von Schulungen durch interne und externe Dozent*innen legt ergänzend zur beruflichen Ausbildung der Mitarbeiter*innen die Basis für die Einsatzfähigkeit. Externe Fachkräfte werden darüber hinaus in Trainingskursen an dem jeweils zugeordneten Einsatzgerät geschult. KHG-Personal vermittelt dabei Kenntnisse zur Bedienung, Wartung und Reparatur des jeweiligen Geräts. Diese Trainingskurse werden als ein- oder zweiwöchige Veranstaltung mehrmals im Jahr für die verschiedenen Einsatzgeräte angeboten. Übungen an einer kerntechnischen Anlage, bei einem Kooperationspartner oder auf dem Gelände der KHG vermitteln am Beispiel einer vorgegebenen Aufgabenstellung Kenntnisse über die Koordination und Abläufe im Einsatzfall.

Dozenturen / Kooperationen

Dozenturen/Kooperationen

Über den Tellerrand hinauszublicken ist für Notfallschutz-Organisationen mit sehr seltenen und speziellen Einsatzfällen wichtig, um das eigene Knowhow zu vertiefen und zu teilen. Auch Kooperationen mit nationalen und internationalen Partnern nehmen bei der KHG einen hohen Stellenwert ein.

KHG-Mitarbeiter*innen vermitteln ihr Wissen als Dozent*innen am Fortbildungszentrum für Technik und Umwelt des KIT, an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und an der IHK. Durch die Mitarbeit im Fachverband für Strahlenschutz, im Ausschuss Notfallschutz der Strahlenschutzkommission und in der VGB-Arbeitsgruppe Notfallschutz für Kernkraftwerke wird der Austausch mit Fachexpert*innen auf nationaler und internationaler Ebene gepflegt. Die Praxisnähe wird durch die Beteiligung an Ringversuchen in der Strahlenmesstechnik, die Mitwirkung als assoziierter Partner in Forschungsprojekten und die Tätigkeit von KHG-Fachkräften als Schiedsrichter bei Roboterwettbewerben sichergestellt.

Kooperationen bestehen innerhalb Deutschlands mit dem Bundesamt für Strahlenschutz sowie mit den für Umweltfragestellungen zuständigen Landesministerien. Grenzüberschreitend arbeitet die KHG auf vertraglicher Grundlage mit der französischen Einsatzorganisation Groupe Intra zusammen. Vor dem Hintergrund eines möglichen kooperierenden Einsatzes finden auch gemeinsame Trainingskurse und Übungen statt. Darüber hinaus gibt es gemeinsame Fachveranstaltungen mit internationalen Organisationen aus dem Bereich der Kerntechnik.

© 2022 - Kerntechnische Hilfsdienst GmbH (KHG)
Zum Inhalt springen